Österreich Stube

Normale Version: Nostalgisches aus unserem Leben und Österreich
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
animiert durch einen netten, diesbezüglichen Thread in einem anderen Forum möchte ich auch hier die Möglichkeit eröffnen, über schöne Erinnerungen zu schreiben.
Dies darf natürlich sowohl persönlich, als auch allgemein sein.
Wenn jemand von Bauwerken, Sitten, Moden und sonstigen Dingen "von früher" schwärmt, soll er dies hier tun.
Wenn jemand über die Tante, den Opa oder überhaupt die Leute der Vorgängergenerationen erzählen will, ist er ebenfalls richtig.

Also bitteschön, es gibt bestimmt viel zu erzählen.......... Zwinkern
Da gibt es bei mir einiges zu erzählen , an das ich mich sehr gerne und nostalgisch zurück erinnere !
Bin als Kind im 3. Wiener Bezirk aufgewachsen und zwar in dem Hausblock wo die damalige Molkerei " MIAG " seßhaft war ( eventl. ist es jemanden von euch ein Begriff ? )
Ganz besonders toll ist mir heute noch in Erinnerung , wenn die Milchkannen schepperten ,wenn sie auf die Fuhrwerke aufgeladen wurden ,diese noch mit " PFERDEN "
bestückt waren , das trab trab der Pferde und besonders war es , das wir m. Schwester und ich es von unserem Kabinettfenster aus sehen konnten ! Toll fand ich natürlich auch
das die Kinder der Umgebung auch zu den Pferden durften , zwar nur kurz ,aber es war jedesmal ein Erlebnis ,wir durften den Pferden ein Stück Zucker geben ,so etwas vergisst man nicht !
Ja , leider vergingen die Jahre viel zu schnell , die MIAG sperrte dann irgendwann zu ,keine Pferderln mehr kein Kannengeschepper mehr ,ich kann mich noch dunkel erinnern das ich damals
sehr traurig war ! Dann stand das Areal Jahrelang nur so da , ein Spielplatz für uns Kinder der sonder Klasse ...
Eines schönes Tages wurde alles abgerissen , und es entstand ein riesen grosser Bau ,um der Ecke zur Lände hin ( Donaukanal ) wurde ein Bau von der Post hingestellt , der aber jt. auch schon Jahre zu gesperrt ist , weis es nur vom vorbei fahren mit dem Auto ! Vorallem ich schon jt. 26J. im 12 ten Meidling lebe .

Und so werde ich noch einiges zum Besten geben aus meiner Kindheit und jung Mädchen Alter !

pp
Au ja, damals gab es auch noch die Milchgeschäfte, die auch noch Butter, Käse und sonstige Milchprodukte im Angebot hatten.
Milch gab es hauptsächlich in Flaschen und am Land hat man sie auch mit der Milchkanne direkt beim Bauern geholt.

Wobei man in diesen Kannen auch Bier oder Blunzensuppe transportieren konnte.
Ich glaube, ich werde mir wieder so ein Ding zulegen........................... Zwinkern 


Wo es mich auch immer hingezogen hat, war das Fischgeschäft........so ein, zwei Russerln mit der Holzzange aus dem großen Bottich mit viel Zwiebel dabei und a Semmel dazua.....traumhaft.
Genau ! Neben der Molkerei MIAG , gab es ein kleines Milchgeschäft , wo man die Butter und Milch ganz frisch holen konnte .
Kann mich noch erinnern , das unsere Mutti ,für die Butter immer eine Porzellanschale mitnahm ,da die Butter von einem Block runter geschnitten wurde
Und die Flaschenmilch war besonders gut ,wenn sich oben der Rahm bildete ,auf den ich ganz närrisch war .. Zwinkern
Dann gab es noch ( ich glaube das war das ganz erste Eis ) die Zwei Lutscher , einen Zitronen und einen Erdbeere , die liebe gute Frau vom Milchgeschäft
schenkte uns des öfterens einen solchen Eislutscher ! Zur Freude uns Kindern .
Kann mich auch noch an den Greißler in unserer Ortschaft (NÖ) erinnern.
Bei dem bekam man alles was man damals so zu Leben brauchte.
Auch Frischmilch die meine Mutter am Abend in der Milchkanne holte und zu Hause dann abkochte. Ab und zu begleitete ich sie und ein Schlecker oder ein Stollwerk-Zuckerl fiel schon mal für mich ab. Die Zuckerl gab es ja damals noch einzeln zu kaufen.
Aber es gab bei dem Greißler auch noch (für mich) viel interessanteres als nur Lebensmittel und Süssigkeiten - nämlich Spielzeug
Und da ich damals noch nicht wirklich etwas erspartes hatte hing ich meiner Mutter so lange am Rockzipfel bis sie mir die Kugeln kaufte  Sorry
Ein KLICK-KLACK   Klatschen
[Bild: 31fxpJZBynL._SY300_.jpg]
KLICK-KLACK

Hat das am Anfang weh getan auf den Fingerknöcheln !!
Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr was die Kugeln in den 70zigern gekostet haben, so um die 3 - 5 Schilling ??
Ein Klick-Klack hab ich mir sogar vor wenigen Jahren wieder gekauft - genauso eines mit Schnüren. Dazwischen gab es ja eine Variante mit steifen Plastikstäben, die war natürlich ungefährlich.

Die echten Klackianer hat man dagegen vor ca. 40 Jahren an den blauen Handgelenken erkannt. ROFL 

Eine Erinnerung an meine Kindheit:
Ich bin ja in Jedlesee, Floridsdorf, aufgewachsen, das war damals noch recht ländlich am Stadtrand.
Und da gabs noch einen richtigen alten Bauern, der hieß Bambule, und der ist mit seinem Pferdewagen die Wirtshäuser abgefahren und hat für seine Schweine Essensreste abgeholt.
Meine Eltern hatten damals ein Gasthaus, deshalb kann ich mich noch gut daran erinnern, dass er immer vorbeikam.

Und ich hatte dann einmal die große Ehre, auf seinem Haflinger, der normalerweise den Wagen gezogen hat, reiten zu dürfen, das war wirklich ein Privileg. Ich bin ja als Mädchen sehr gern geritten.
Der hatte damals aber keinen Sattel, er hat mir nur aus einem breiten Gurt eine Art "Steigbügeln" gebaut.

Tja, da, wo dieser Bauernhof einmal war, steht schon seit Jahren ein Wohnbau.
Wir waren damals eine "arme" Familie gegenüber anderen Familien, bei denen die Mutter sogar arbeiten war und Geld verdiente.
Wir haben in dem einen Greisslergeschäft die ganze Woche anschreiben lassen und dann am Freitag auf  Vati gewartet, der aus der Kasmmgarnfabrik mit dem Geldkuvert kam. Wenn alles normal war, bekamen wir eine Semmel mit der billigsten Wurst und ein Zuckerl dazu. Wenn Vati wieder mal seine "Tage" hatte, dann kam er nicht, sondern wir Kinder mussten ihm aus dem Gasthaus holen, was fast nie klappte. Das einzige Gute dran war, dass wir ein gutes Esen im Gasthaus bekamen.
Die Rechnung beim Greissler hat dann mein Opa bezahlen müssen.
Eine Milchfrau hatten wir auch gleich nebenan, von der wir die Milch geholt haben. In der Trafik gabs stückweise Zigaretten für Vati.  
Damals kümmerten sich alle Leute um uns Kinder, sogar der Nachbar gab uns eine Watschn, wenn er uns beim Lianenrauchen erwischte.  Meine Mutter wußte alles schon vorher, bevor wir heimkamen, keine Ahnung von wo, wir hatten ja kein Telefon.
Ach da könnte ich noch stundenlang erzählen, wie es damals war. Nicht alles war gut, aber meine Kindheit im Kurpark und im Wald kann mir keiner nehmen.
PS: Wer traut sich heute noch, sein Kind so mit ca. 7 Jahren alleine in den Wald zu lassen ????     
...
Die Müüchfrau !! Joo, de guade oide Müüchfrau !

Die meisten Wiener Milchläden wurden ja von der WIMO beliefert und wahrscheinlich auch in
irgendeiner Form der Abmachung auch von denen mitbetrieben. Heute würde man wahrscheinlich
"franchise" dazu sagen.
Eine der letzten, die ich noch kannte, war auf dem Hannovermarkt in Wien XX. Allerdings haben
zu der alle anderen Standler "Kaasweiberl" gesagt, oder aber auch "B.B."...aufgrund ihres beim
Gehen sehr markant nachfedernden Hinterteils.
Das hieß nämlich unter den Moaktwürscht'lstand'l - Insidern "ButterBobsch" Lachen



Mich erinnern aber vor allem zwei markante Aussprüche an die heute leider nicht mehr existierenden
" Müüchfrau" - Geschäfte:

a) Wenn einer ziemlich heruntergekommen, also oog'sandelt und daher offensichtlich  stier oder neger  war,
haben andere über ihn gemunkelt, 
daß derjenige "ned amoi mea bei da Müüchfrau aufschreim loss'n kau' !"
b) Besonders blassen Zeitgenossen wurde nachgesagt, sie hätten "aa G'sichts - Foab wia a WIMO-Verkeifa !"
Beides find ich typisch Wienerisch:  süffisant, vielleicht sogar zynisch aber jedenfalls punktgenau t r e f f e n d !  Klatschen
Als Jahrgang 75 sind mir nur wenige dieser Einrichtungen noch selbst geläufig.

In der Brigittenau aufgewachsen, erlebte ich den Bau der Doanuinsel, wo schon die ersten Sonnenhungrigen herumlagen als nich die Bagger neben ihnen vorbeifuhren. Damals war das mit Absperren von Baustellen noch nicht so.
Damals war es bei uns irgendwie auch "cool" als Kinder auf den Baustellen herumzukraxeln. Im Nachhinen betrachtet, war das gar nicnt ungefährlich, aber als Zwutsch denkt man nicht einmal an das Wort Gefahr. Beim "Gelben Bau" (Adalbert Stifter Straße, vis a vis von der AUVA) holte ich mir einst auf der Baustelle eine Gipsfuß sowie eine betonierte Hose ab. Lachen 

Ansonsten gab es in meiner Zeit dort noch so alte Einrichtungen wie die AZ oder die NÖM-Molkerei am Höchstädtplatz.
Die Gasturm, einen Kohlentandler in der Leystraße, eine richtig Fleischhackerei in der Marchfeldstraße
Einst gab es bis in die 90er Jahre sogar eine Ponystall im 20. In der Helgolandgasse war nach ca. 50m die Gasse aus und am Ende war ein uralter Holzverschlag mit kleinen Ställen. Mein Onkel daneben war sein Nachbar. Heute ist dort alles durch den Toyota Keusch und neuen Wohnungen verbaut, nachdem mein Onkelt das Haus mit Garten verlassen musste, weil der Keusch beim Bau der Werkstätten gepfuscht hatte und so das Haus ruinierte.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass der 20te im Vergleich zu heute, zwar nicht sauberer aber wesentlich schöner war.
Zumindest empfinde ich das so.
(17.06.2015, 13:00)helios schrieb: [ -> ]Als Jahrgang 75 sind mir nur wenige dieser Einrichtungen noch selbst geläufig.

In der Brigittenau aufgewachsen, erlebte ich den Bau der Doanuinsel, wo schon die ersten Sonnenhungrigen herumlagen als nich die Bagger neben ihnen vorbeifuhren. Damals war das mit Absperren von Baustellen noch nicht so.
Damals war es bei uns irgendwie auch "cool" als Kinder auf den Baustellen herumzukraxeln. Im Nachhinen betrachtet, war das gar nicnt ungefährlich, aber als Zwutsch denkt man nicht einmal an das Wort Gefahr. Beim "Gelben Bau" (Adalbert Stifter Straße, vis a vis von der AUVA) holte ich mir einst auf der Baustelle eine Gipsfuß sowie eine betonierte Hose ab. Lachen 
Auch auf dem allerersten Donauinselfest war ich! Ein großes Bierzelt, 5-6 Standln, eine kleine Bühne war da noch (glaube ich) und das wars auch schon damit. Fertig war die Donauinsel in diesem Bereich aber noch lange nicht!

Ansonsten gab es in meiner Zeit dort noch so alte Einrichtungen wie die AZ oder die NÖM-Molkerei am Höchstädtplatz.
Die Gasturm, einen Kohlentandler in der Leystraße, eine richtig Fleischhackerei in der Marchfeldstraße
Einst gab es bis in die 90er Jahre sogar eine Ponystall im 20. In der Helgolandgasse war nach ca. 50m die Gasse aus und am Ende war ein uralter Holzverschlag mit kleinen Ställen. Mein Onkel daneben war sein Nachbar. Heute ist dort alles durch den Toyota Keusch und neuen Wohnungen verbaut, nachdem mein Onkelt das Haus mit Garten verlassen musste, weil der Keusch beim Bau der Werkstätten gepfuscht hatte und so das Haus ruinierte.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass der 20te im Vergleich zu heute, zwar nicht sauberer aber wesentlich schöner war.
Zumindest empfinde ich das so.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10