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Wir haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit - helios - 21.11.2019

Deutschland als Vorbild?
Zitat:Demonstranten störten Vorlesung von FPÖ-Historiker Höbelt

Linke Aktivisten skandierten während einer Vorlesung von Lothar Höbelt an der Uni Wien "Nazis raus“. Die ÖH Uni Wien unterstützt die Aktion und fordert die Entlassung des Historikers.


Linke Aktivisten haben am Dienstagabend eine Vorlesung des Historikers Lothar Höbelt an der Uni Wien gestört und "Nazis raus" skandiert. Anlass der Protestaktion ist ein Vortrag, den der außerordentliche Professor und FPÖ-Historiker bei der umstrittenen "Herbstakademie" des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark halten soll. Die FPÖ fordert nun Konsequenzen für die Aktivisten.

Diese hielten im Hörsaal ein Banner hoch mit der Aufschrift "Kein Raum für Nazis an der Uni". Es wurden auch Zettel mit einer Auflistung von umstrittenen politischen Aktivitäten Höbelts verteilt, der etwa Beiträge für die vom Dokumentationsarchiv des Widerstands (DÖW) als rechtsextrem eingestufte Zeitschrift "Aula" verfasst hat. Von der HochschülerInnenschaft (ÖH) an der Uni Wien wird die nur wenige Minuten dauernde Aktion unterstützt.

Die Uni Wien höre den Studierenden und der ÖH oft nicht zu. Sie müssten ihren Protest daher medienwirksam gestalten, betonte Zissi Fritsche (GRAS) vom Vorsitzteam gegenüber der Austria Presseagentur. Organisiert habe man die Aktion allerdings nicht. Die ÖH Uni Wien ortet bei Höbelt, der derzeit in der FPÖ-Historikerkommission mitarbeitet, "Nähe zur extremen Rechten". Von der Uni Wien fordert die ÖH deshalb, den Historiker zu entlassen.

"Welle der Intoleranz und geistigen Brandstiftung"

Im Rektorat betont man, dass Rassismus, Sexismus und Diskriminierung jeder Art an der Uni Wien keinen Platz habe. Aber: "Meinungsfreiheit ist ein hoher Wert für den akademischen Diskurs", so eine Sprecherin. Alle Uni-Angehörigen seien aufgefordert, für demokratische Grundwerte einzutreten und zum respektvollen Miteinander beizutragen.

Auch die FPÖ richtet unterdessen Forderungen an das Rektorat. Bundesparteiobmann Norbert Hofer verlangte in einer Aussendung, dass die Uni-Leitung die Störaktion verurteilen und Konsequenzen für die beteiligten Studenten setzen müsse. "Die linken Krawallmacher, die mit ihrem totalitären Gedankengut gegen die demokratische Grundordnung verstoßen, müssen in die Schranken gewiesen werden." Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS), die Studentenorganisation der FPÖ, sieht sogar eine "Welle der Intoleranz und geistigen Brandstiftung" aus Deutschland nach Österreich überschwappen und stellte die Frage, ob akademische Lehre künftig nur noch mit Polizeischutz möglich sein werde.

https://www.diepresse.com/5725712/demonstranten-storten-vorlesung-von-fpo-historiker-hobelt

Wie schon im Fall Lucke zeigt die Linke ein sehr verqueres Verständnis von Meinungsfreiheit und einen ziemlich mangelnden Willen diese auch "politischen Gegnern" angedeihen zu lassen.
Dass die Studentenvertretung GRAS der Aktion zumindest ideell anschließt, verwundert nicht, Dass das Rektorat der Uni Wien sich aber nicht deutlich von der Aktion distanziert zeigt uns, wie sehr die angeblich intellektuelle Elite im Land tickt. Extrem links, nur gebunden durch die fehlenden Mittel!

Dabei ist es gerade im akademischen Bereich unerlässlich, den Kampf der Argumente und Meinungen nicht nur zuzulassen sondern auch zu suchen. Verweigert man des Diskurs, grenzt andere Ansichten aus, dann ist nicht nur die Idee der Universität infrage gestellt, sondern auch ein Rückschritt in die Tage an denen Dogma wichtiger war als Erkenntnis.
Und das letzte was die Welt braucht sind dogmatsche Intellektuelle, denn sie führen die Gesellschaft in eine Diktatur.


RE: Wir haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit - MaryCooper - 21.11.2019

(21.11.2019, 12:12)helios schrieb: https://www.diepresse.com/5725712/demonstranten-storten-vorlesung-von-fpo-historiker-hobelt

Wie schon im Fall Lucke zeigt die Linke ein sehr verqueres Verständnis von Meinungsfreiheit und einen ziemlich mangelnden Willen diese auch "politischen Gegnern" angedeihen zu lassen.
Dass die Studentenvertretung GRAS der Aktion zumindest ideell anschließt, verwundert nicht, Dass das Rektorat der Uni Wien sich aber nicht deutlich von der Aktion distanziert zeigt uns, wie sehr die angeblich intellektuelle Elite im Land tickt. Extrem links, nur gebunden durch die fehlenden Mittel!

Dabei ist es gerade im akademischen Bereich unerlässlich, den Kampf der Argumente und Meinungen nicht nur zuzulassen sondern auch zu suchen. Verweigert man des Diskurs, grenzt andere Ansichten aus, dann ist nicht nur die Idee der Universität infrage gestellt, sondern auch ein Rückschritt in die Tage an denen Dogma wichtiger war als Erkenntnis.
Und das letzte was die Welt braucht sind dogmatsche Intellektuelle, denn sie führen die Gesellschaft in eine Diktatur.
Das Problem mit der Meinungsfreiheit haben nicht wir, sondern die selbsternannten Eliten.

Oder wie Ex-Bundespräsident Gauck sagte: Die Bürger sind das Problem:

https://zuerst.de/2016/06/22/bundespraesident-gauck-die-eliten-sind-gar-nicht-das-problem-die-bevoelkerungen-sind-im-moment-das-problem/

Ergo: Deutschland darf niemals Vorbild sein.


RE: Wir haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit - Aristoteles - 21.11.2019

Bertolt Brecht hat das Problem ja schon vor über 60 Jahren völlig richtig erkannt. Mosking
Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?
nach dem Gedicht: Die Lösung. In: Buckower Elegien, 1953. In: Ausgewählte Werke in sechs Bänden. Dritter Band: Gedichte 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1997. S. 404

Originaltext: Nach dem Aufstand des 17. JuniLieß der Sekretär des SchriftstellerverbandsIn der Stalinallee Flugblätter verteilenAuf denen zu lesen war, daß das VolkDas Vertrauen der Regierung verscherzt habeUnd es nur durch verdoppelte ArbeitZurückerobern könne. Wäre es daNicht doch einfacher, die RegierungLöste das Volk auf undWählte ein anderes?



RE: Wir haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit - MaryCooper - 21.11.2019

(21.11.2019, 20:57)Aristoteles schrieb: Bertolt Brecht hat das Problem ja schon vor über 60 Jahren völlig richtig erkannt. Mosking
Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?
nach dem Gedicht: Die Lösung. In: Buckower Elegien, 1953. In: Ausgewählte Werke in sechs Bänden. Dritter Band: Gedichte 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1997. S. 404

Originaltext: Nach dem Aufstand des 17. JuniLieß der Sekretär des SchriftstellerverbandsIn der Stalinallee Flugblätter verteilenAuf denen zu lesen war, daß das VolkDas Vertrauen der Regierung verscherzt habeUnd es nur durch verdoppelte ArbeitZurückerobern könne. Wäre es daNicht doch einfacher, die RegierungLöste das Volk auf undWählte ein anderes?
Ohne Volk geht es nicht. Was wäre schon ein Fürst ohne Gefolgschaft? Deshalb suchen sich viele Regierungen in Europa zurzeit ein neues Volk.


RE: Wir haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit - Aristoteles - 22.11.2019

(21.11.2019, 22:02)MaryCooper schrieb:
(21.11.2019, 20:57)Aristoteles schrieb: Bertolt Brecht hat das Problem ja schon vor über 60 Jahren völlig richtig erkannt. Mosking
Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?
nach dem Gedicht: Die Lösung. In: Buckower Elegien, 1953. In: Ausgewählte Werke in sechs Bänden. Dritter Band: Gedichte 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1997. S. 404

Originaltext: Nach dem Aufstand des 17. JuniLieß der Sekretär des SchriftstellerverbandsIn der Stalinallee Flugblätter verteilenAuf denen zu lesen war, daß das VolkDas Vertrauen der Regierung verscherzt habeUnd es nur durch verdoppelte ArbeitZurückerobern könne. Wäre es daNicht doch einfacher, die RegierungLöste das Volk auf undWählte ein anderes?
Ohne Volk geht es nicht. Was wäre schon ein Fürst ohne Gefolgschaft? Deshalb suchen sich viele Regierungen in Europa zurzeit ein neues Volk.

Nur dürfte dieser Versuch, ein passendes Volk mittels Immigration zu kreieren, ein Griff ins Klo werden. Swoon2


RE: Wir haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit - Aristoteles - 22.11.2019

Früher war Österreich die Versuchstation für den Weltuntergang. Inzwischen haben uns Deutschland und Schweden diesen Rang abgelaufen. Aber immerhin sind wir noch die Drittplatzierten. Swoon2


RE: Wir haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit - schurliwurli - 22.11.2019

(22.11.2019, 00:43)Aristoteles schrieb: Früher war Österreich die Versuchstation für den Weltuntergang. Inzwischen haben uns Deutschland und Schweden diesen Rang abgelaufen. Aber immerhin sind wir noch die Drittplatzierten. Swoon2
Frankreich, Großbritannien (Rotherham war nur die Spitze des Eisbergs, weiters gibt es dort bereits ganz offiziell Sharia-Gerichte, Muslim Arbitration Tribunal), Belgien, und andere haben uns ebenso den Rang abgelaufen. Noch ist es hier nicht so arg, ich glaube selbst Deutschland und die Schweiz sind noch nicht so katastrophal wie Belgien, UK oder Frankreich. Schweden wahrscheinlich schon. Österreich liegt da noch nicht in der oberen Liga. Aber keine Sorge mit dem weichen Basti und den neuen grünIn Freunden wird das schon noch...


RE: Wir haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit - schurliwurli - 22.11.2019

(21.11.2019, 22:02)MaryCooper schrieb:
Zitat: 
Ohne Volk geht es nicht. Was wäre schon ein Fürst ohne Gefolgschaft? Deshalb suchen sich viele Regierungen in Europa zurzeit ein neues Volk.
Dem könnte man Abhilfe schaffen. Ein paar exotische Gefilde böten sich an, die haben auf ein paar Besserwisser aus Europa nur gewartet... Im Norden des Niger, zum Beispiel. Ein paar Stämme mit exotisch rustikalen Sitten wären sicher dafür zu haben. Ganz nach dem Geschmack der derzeit über uns Herrschenden! Das beste daran: Wir wären sie endlich los!


RE: Wir haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit - MaryCooper - 22.11.2019

(22.11.2019, 01:58)schurliwurli schrieb:
(21.11.2019, 22:02)MaryCooper schrieb:
Zitat: 
Ohne Volk geht es nicht. Was wäre schon ein Fürst ohne Gefolgschaft? Deshalb suchen sich viele Regierungen in Europa zurzeit ein neues Volk.
Dem könnte man Abhilfe schaffen. Ein paar exotische Gefilde böten sich an, die haben auf ein paar Besserwisser aus Europa nur gewartet... Im Norden des Niger, zum Beispiel. Ein paar Stämme mit exotisch rustikalen Sitten wären sicher dafür zu haben. Ganz nach dem Geschmack der derzeit über uns Herrschenden! Das beste daran: Wir wären sie endlich los!
Das funktioniert leider nicht - denn die Regierungen wollen nur ein neues Volk, und zwar im Land!
Vermutlich spekulieren sie darauf, dass wir uns ein neues Land suchen - z.B. den Norden Nigers (die Stämme mit den exotisch rustikalen Sitten werden sicher auch bald nach Europa ziehen), um darin die berühmten "blühenden Landschaften" zu errichten.
Und was glaubst du, was geschähe, wenn wir dort die blühenden Landschaften aus dem Boden gestampft haben? Genau - die gesamte Mischpoke käme zu uns!


RE: Wir haben ein Problem mit der Meinungsfreiheit - schroedinger - 22.11.2019

(21.11.2019, 12:12)helios schrieb: Dabei ist es gerade im akademischen Bereich unerlässlich, den Kampf der Argumente und Meinungen nicht nur zuzulassen sondern auch zu suchen. Verweigert man des Diskurs, grenzt andere Ansichten aus, dann ist nicht nur die Idee der Universität infrage gestellt, sondern auch ein Rückschritt in die Tage an denen Dogma wichtiger war als Erkenntnis.
Und das letzte was die Welt braucht sind dogmatsche Intellektuelle, denn sie führen die Gesellschaft in eine Diktatur.

Auf den Punkt gebracht. Agree

Und man sieht auch, wie das Framing in linken Medien funktioniert.

Identitäre: Rechtsextreme stürmen Theaterstück..
Linke: Studenten protestieren..

Wir bewegen uns gerade in eine fatale Richtung. Meinungsfreiheit gilt nur noch für eine bestimmte Gruppe.