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Wochenendtrip nach Budapest
#1
Diesmal hatten wir zu viert einen Wochenendaufenthalt in Budapest gebucht, mit Bahnfahrt von Wr.Neustadt über Wien nach Budapest, als Unterkunft für 2 Nächte hatten wir uns für ein Hotelschiff Nähe Margareteninsel entschieden.
In Wien mussten wir umsteigen, genau in den Waggon (Reservierung), in den wir einstiegen, war bereits eine ziemlich "lustige" Gruppe von 6 jungen Männern, die einen Junggesellenabschied in Budapest feiern wollen und schon im Zug ziemlich angeheitert waren, dementsprechend laut waren und mit den Liedern aus der Musicbox laut mitsangen und gröhlten. Der Schaffner und auch die anderen Fahrgäste trauten sich anscheinend nichts zu sagen, und nach über einer Stunde Geplärre und Gejohle entfleuchte mir unvermittelt ein kurzes, aber sehr lautes: "Gusch do vurn!!!", was aber auch keine Wirkung zeigte.
Naja, wir sind aber trotzdem ohne Gehör- und anderen Schaden wegen so typischer Krawallmusik (Techno und so dämliche Schlager, die man in Bierzelten hören dürfte) am Bahnhof Keleti am Freitag um 19 Uhr angekommen und sind gleich vom Bahnhofsplatz mit einem Bus zum Hotelschiff gefahren, wo wir unsere Kabinen zugewiesen bekamen.
[Bild: 82972_16080118090045102170.jpg?s=1024x768]
 [/url]

Unsere Kabine/Schlafbereich:
[url=https://www.google.at/url?sa=i&rct=j&q=&esrc=s&source=images&cd=&ved=2ahUKEwiHn9LS3bbjAhUGyaQKHSDfAkkQjRx6BAgBEAU&url=http%3A%2F%2Fwww.budgetplaces.com%2Fde%2Fbudapest-hotel-4114-boat-hotel-fortuna.html&psig=AOvVaw2_gV1BRnrQcErmIZDiPbd-&ust=1563273285624220][Bild: 1.jpg]


Und so steil waren die Treppen hinauf zu den Kabinen:
[Bild: 9-1200x900.jpg]

Der Gang zu den Kabinen:
[Bild: fortunaboat_14_interior.jpg]

Das ist die Margareteninsel, im Hintergrund links vor der Brücke (Margit hid = Margaretenbrücke) seht ihr ein paar Schiffe, eins davon ist unser Hotelschiff. Der Stadtteil links ist Pest, der Stadtteil rechts von der Margareteninsel ist Buda. Beide Stadtteile durch die Brücken miteinander verbunden ist die nunmehrige Hauptstadt Budapest:
[Bild: a_margareteninselnjet.jpg]

Den 1. Abend sind wir einfach nur durch die Straßen geschlendert, Einkaufsstraßen und kleinere Gassen mit vielen Lokalen haben sich abgewechselt, und wir haben erst einmal ein günstiges Restaurant gesucht, wo wir zu Abend gegessen haben. Essen und Service waren okay, und gestärkt sind wir dann Richtung Süden gegangen, bis wir nach rund 
4 km endlich zum Hard Rock Cafe gekommen sind. Dort befindet sich im Erdgeschoß der Shop mit den T-Shirts usw. (1 T-Shirt mit Aufdruck Hard Rock Cafe kostet umgerechnet an die 30 Euro!), wir sind aber ins Untergeschoß hinabgestiegen, wo wir uns an Bier und Tonic gelabt haben.
[Bild: 1358932273-3154.jpg]
Stiegenaufgang im Hard Rock Cafe:
[Bild: Budapest42.jpg]


Zu später Stunde haben wir uns aber dann doch auf den Weg zum Schiff machen müssen und so sind wir an der Donau entlang ca 3 km wieder zurückgelatscht und um 1/2 2 Uhr in der Nacht beim Schiff angekommen - gerade noch rechtzeitig vorm Gewitter und dem Regen.
Die Füsse haben wir nicht mehr gespürt Zwinkern und wir sind ziemlich müde ins Bett gefallen und haben geschlafen bis 9 Uhr früh.

Samstag-Bericht poste ich morgen. Die Fotos sind nicht von mir, sondern von Google-Bilder, aber sie zeigen das, was wir selbst gesehen haben.
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#2
Vielen Dank für den Reisebericht, hoffe es folgt noch mehr. Ich bin ja sehr hungarophil und fahre sehr oft nach Ungarn!
Kren reiben, die einzig noch sinnvolle Tätigkeit in der heutigen Zeit!
https://snudlaug.wordpress.com
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#3
Samstag früh sind wir also erst nach 9 Uhr munter geworden, schnell unter die Dusche im kleinen Bad - blauer Plastikduschvorhang ums Eck, damit das gleich danebenstehende Klo und das Waschbecken nicht nassgespritzt wird -, dann aufs untere Deck runter in den Frühstücksraum, in dem nur wenige Gäste gesessen sind.
Frühstücksbuffet war ok, nicht aufregend, aber doch relativ gut sortiert, nur der Kaffee war wirklich nicht berühmt, eine fade G'schicht, getrunken haben wir ihn trotzdem.
Um 11 Uhr endlich haben wir dann gewusst, was wir an diesem Tag angehen, und so kauften wir bei der Rezeption 24-Stunden-Tickets für die Hop On-Hop Off-Busse inkl. 1 Schiffsfahrt rund um die Margareteninsel.
Dann marschierten wir wieder die Donau entlang die 600 m zur nächsten Straßenbahn, mit der wir bis zur Sightseeing-Bussation fuhren.
[Bild: tour_img-657441-146.jpg]


Beim Einsteigen in diesen Bus bekamen wir Kopfhörer ausgehändigt, die man seitlich anstecken konnte, um in der gewünschten Sprache die diversen Sehenswürdigkeiten erklärt zu bekommen.
Unser Plan war die alte Markthalle, aber vorerst fuhren wir kreuz und quer durch die Bezirke, vorbei an Synagoge
[Bild: synagouge_06-10979960177.jpg]

(übrigens die zweitgrößte der Welt und die größte Europas, die weltgrößte Synagoge befindet sich in Amsterdam), Heldenplatz, verschiedenen anderen bemerkenswerten Gebäuden, die ich hier nicht alle aufzählen will, dann weiter  über die Donau, wo wir auf die Citadelle rauffuhren. Von dort oben hat man einen wunderbaren Ausblick runter auf die Stadt.
[Bild: 82_big.jpg]

Die Citadelle, eigentlich ein Festungsbau, wurde aber nie zur Gänze fertiggestellt und dient jetzt als Touristenattraktion, darunter auch die Freiheitsstatue.
[Bild: 1158580261.jpg]

Auf der leicht bergauf führenden Straße stehen viele Standln mit Kunsthandwerk, Naschzeug, Keramikwaren, ungarisch bestickten Tischdecken und noch so allerhand Souvenirs.
Nach einer Fotografierrunde fuhren wir wieder Richtung Osten über die Donau, vorbei an Jugenstilhotel mit Thermalbad, kleiner Kapelle am Gellertberg, die in den Felsen hineingebaut war, weiters ein Felsenkloster, alles entlang der Donau.
[Bild: 2017-07-11-budapest_4-10-donaupc3a1losok...=600&h=429]

Naja, und dann kamen wir endlich bei der alten Markthalle an, die im 19. Jhdt. erbaut wurde. Drinnen sind Schwarzweiss-Fotos aus damaliger Zeit zu sehen, und die Eisenkonstruktionen sind absolut genial und wunderschön anzusehen.
[Bild: Budapest_Markthalle_Fassade.jpg]
[Bild: ED_1269_2x19_1032-markthalle-budapest-ey...banner.jpg]

[Bild: Budapest-an-einem-Tag-Markthalle.jpg]


Im Untergeschoß Fischgeschäfte, auch Juweliere, im Erdgeschoß unzählige Gemüse-, Obst-, Gewürz- (Paprika, eh klar)- und Fleischstände, im Obergeschoß Bekleidung, traditionelles Kunsthandwerk und dann zwängt man sich durch die Ess-Standln, wo die Leute dichtgedrängt an den Stehtischen ihre Mahlzeiten einnehmen. Viele, viele Asiaten, natürlich auch andere, aber Ungarn findet man hier oben fast keine.
1 kg ungarische Marillen kostet zwischen 290 und 499 Forint, das sind umgerechnet rund 90 Cent bis 1,53 Euro!
Nun sind wir auch schon hungrig geworden, war schon nach 14 Uhr und wir suchten in einer der kleineren Einkaufsstraßen nach einem Straßenlokal. 
In der Vaci Utca gleich gegenüber der Markthalle sind wir fündig geworden, ein gemütliches Straßenlokal, wo wir Risotto frutti di mare, 2x Fischgericht, 1x Pizza gegessen haben.
Viel Zeit ließen wir uns nicht dabei, wir wollten noch so vieles anschauen, und so schlenderten wir Richtung Norden, vorbei an der Synagoge (diesmal zu Fuss) und bogen dann nach Westen zur Donau ab, wo um 17 Uhr das Sightseeingschiff ablegte, mit dem wir eine Runde um die Margareteninsel machten.

Wir fuhren beim großen Parlamentsgebäude vorbei, das um 1900 direkt am Donauufer erbaut wurde - das große Gebäude ist eines von drei Entwürfen, aber nachdem die anderen beiden Entwürfe ebenfalls einen großen Eindruck gemacht haben, wurden auch diese umgesetzt und man sieht noch zwei kleinere Gebäude hinter dem großen Parlament, die aber genauso schön gestaltet sind. Eines davon ist das Agrarministerium, das andere ist das ethnografische Museum.
[Bild: budapest-parlament-building-1500x850__4_.jpg]


Das Schiff umrundete die 2,5 km lange Margareteninsel, die ein grünes Freizeitparadies darstellt. Man sieht schon in der Früh die Jogger und Spaziergänger, und es dürfen nur die öffentlichen Busse, Taxis und die Rikscha-Fahrräder fahren, andere Fahrzeuge wie Autos sind nicht erlaubt.

Nach einer Stunde hat das Schiff wieder angelegt, die Rundreise war zu Ende und wir gingen die 3 km zum Hotelschiff zurück, um uns kurz frischzumachen und auf dem Oberdeck den Abendplan abzusprechen.
Nach der kurzen Pause war wieder einmal ein Stadtspaziergang angesagt, der uns durch ganz sonderbare kleine Gässchen führte, mit ziemlich heruntergekommenen Häusern und rotbeleuchteten Eingängen, aber dann bogen wir in eine kleine Gasse ein, in der im Innenhof ein Street Food-Fest stattfand mit lauter Ess- und Trinkstandln, guter Musik und vielen jungen und junggebliebenen Leuten. Wir holten uns Mojito und Pepsi, dazu Langos und Co und genossen die Atmosphäre zwischen den alten Häusern.


[Bild: der-burgpalast-in-budapest-bei-nacht.jpg]

Müde vom Tag und von den vielen Eindrücken fuhren wir diesmal mit der Straßenbahn zum Schiff, um nicht wieder soviele km gehen zu müssen, so blieben uns nur mehr die letzten 750 m zum Gehen, aber das ist eine schöne Strecke entlang vom Fluss.
----
Das war das Samstag, und unsere Tour vom Sonntag folgt.
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#4
notos, du hast eine besondere Gabe, schöne eindrucksvolle Reisen zu beschreiben. 
Mit Spannung erwarte ich deinen nächsten Bericht  Daumen hoch
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#5
Das Sonntagsfrühstück haben wir schon entspannter als am Samstag genossen, da ich - oh Wunder - schon um 7 Uhr aufgewacht bin, und wir dadurch ausreichend Zeit im Bad und zum Zeugs einpacken hatten.
Um 8 Uhr waren wir dann schon beim Frühstücksbuffet unten, wieder eine Tasse Blümchenkaffee, Gebäck, Käse, und als Draufgabe ein Schälchen mit Joghurt, eins mit frischen Früchten und eins mit Müsli. Das zusammengemischt ergab einen herrlichen Frühstücksabschluss.
Diesmal wollten wir über die Donau nach Buda, um dort das Felsenmuseum (unterirdisches Spital im 2. Weltkrieg, anschließend Atombunker) zu besichtigen und anschließend wieder runter Richtung Donau, um im östlichen Teil den Nachmittag in Budapest ausklingen zu lassen.

Felsenmuseum heute:


[Bild: entrance.jpg]

Felsenkrankenhaus damals:
[Bild: 220px-Sz_bejarat.jpg]



Hier kurz die Geschichte vom Felsenkrankenhaus aus Wiki, da lest ihr die wirklich sehr interessanten und auch betroffen machenden Geschehnisse:

Das Felsenkrankenhaus-Atombunker-Museum (ungarisch: Sziklakórház Atombunker Múzeum) in Budapest ist ein Museum in einem ehemaligen unterirdischen Krankenhaus, dem Felsenkrankenhaus (ursprünglich: Székesfővárosi Sebészeti Szükségkórház bzw. Hauptstädtisches Notfallkrankenhaus für Chirurgie, fälschlich auch Krankenhaus für Luftschutz). Es befindet sich unter dem Budaer Burgviertel auf einer Fläche von ca. 2.300 m² und wurde während des Zweiten Weltkriegs und des Ungarischen Volksaufstandes benutzt.

Während des Kalten Krieges bis 2002 war es ein streng geheimes Objekt, ein sogenanntes „Luftschutzkrankenhaus“, mit dem Zeichen LOSK 0101/1. 2008 wurde darin ein Museum mit der größten Wachsfigurenausstellung in Ungarn eröffnet. Es stellt die Geschichte des Krankenhauses, die Entwicklung der Militärmedizin, sowie die Instrumente und Geräte des Zivilschutzes dar.

https://de.wikipedia.org/wiki/Felsenkran...ker-Museum

Das Museum und die nachgestellten Szenen aus dem damaligen Spitalsleben und den Begebenheiten haben uns sehr beeindruckt, auch die dramatischen Geschichten, die uns die Museumsführerin sehr eindringlich geschildert hat, alles auf Englisch, wir haben aber über Audio alles in Deutsch hören können.

Operationssaal:
[Bild: Budapest_55.JPG]

Patientenzimmer mit vielen Stockbetten:
[Bild: Budapest_57.JPG]

Telefonzentrale:
[Bild: Budapest_56.JPG]

Behandlungsraum:
[Bild: 8746109169_16f9935d9d_b.jpg]

Hier bereits der Atombunker:
[Bild: Sz_szello.jpg]

[Bild: sziklakorhaz_6.jpg]



Nach der einstündigen Runde durch die vielen kleinen Kammern, Notaufnahme, Behandlungsräume, auch die alten Toiletteräume und die Patientenzimmer mit vielen Stockbetten, ebenso eine kleine Frauenstation, auf der auch Entbindungen vorgenommen wurden (6 Buben, 1 Mädchen), spazierten wir durch die schön gestalteten Gassen auf der Anhöhe Richtung Matthiaskirche, hinter der man einen schönen Ausblick auf die Donau und auf die Stadt hat.

Matthiaskirche mit dem besonders schönen Dach und einem kleinen schwarzen Turm:
[Bild: Copertina-Matthias-Church-licenza-Gary-Bembridge.jpg]

Matthiaskirche, Blick auf die Donau, rechts hinten die Margareteninsel:
[Bild: Budapest_-_Matthiaskirche_Luftaufnahme_1...Church.jpg]

Mit dem Bus der Linie 16 sind wir dann hinuntergefahren, um nicht den langen Treppenweg nochmals machen zu müssen, und so sind wir bequem wieder auf der Ostseite der Donau gelandet.
[Bild: budapest-blick-vom-gellertberg-62200266-...eight=1080]

Wir sind gleich bei der ersten Haltestelle nach der Donau ausgestiegen und suchten ein vernünftiges Lokal zum Mittagessen, schlenderten also die Straße des 6. Oktober entlang und siehe da - wir entdeckten da ein ungarisches Lokal mit Holzbänken und -tischen auf dem Gehsteig, hübsch gedeckt und Blumentöpfe auf den Fensterbrettern, da nahmen wir gleich Platz. Ein Kellner mittleren Alters kam gleich zu unserem Tisch, sehr schlank und typisch gekleidet mit schwarzer Weste, Krawatte, schwarze lange Schürze, so wie man sich halt einen richtigen Kellner vorstellt Zwinkern 
Er konnte relativ gut Deutsch und wir bestellten nach ein bisschen Plaudern über die verschiedenen Speisen 3x Kalbsgulasch mit selbstgemachten Nockerln, dazu Gurkensalat, und 1x gegrillte Hühnerbrust mit Gemüse und Kartofferl, zum Trinken die Männer Soproni-Bier, für meine Freundin und mich Cola.
Das Kalbsgulasch war wirklich ein Gedicht, das Fleisch war sehr zart, und die Speisen wurden in typischen Pfännchen serviert.
Nach dem Essen gings aufs Klo, und was soll ich euch sagen, auch die Klos waren sehr ländlich und liebevoll künstlerisch gestaltet, mit aufgemalten roten Blumen auf den weissen Fliesen, dunkelbraune Holztüre, es war entzückend (obwohl ich den Ausdruck selten verwende, aber hier passt das voll).

Restaurant Loca in der Straße des 6. Oktober:
[Bild: loca.jpg]

[Bild: loca-vendeglo-budapest-36110-620x390.jpg]

Nach dem Essen spazierten wir nun zur nächsten Straßenbahn, fuhren wieder Richtung Hotelschiff, und meine Freundin und ich beschlossen, am besten gleich bei einer Cafe-Konditorei zu warten, während die Männer die Koffer holen sollten, die noch im Gepäckskammerl am Schiff waren.
So haben wir das auch gemacht, es war eh gleich nahe der Donau ein Straßencafe, wo wir im Schatten Kaffee und ein Stück Torte genießen konnten.
Im nahen Park wurde Musik gespielt und dazu gesungen, die Atmosphäre war sehr angenehm, die Lieder nett anzuhören, vor allem live gesungen.

Ja, und dann wurde es Zeit zum Bus zu gehen, denn es hatte zu donnern und leicht zu regnen begonnen, und bevor es noch ärger regnet, machten wir uns halt schon auf den Weg zum Bahnhof Keleti, einem alten, ehemals prunkvollen Bahnhof, der aber jetzt schon in die Jahre gekommen ist und eigentlich renoviert werden sollte, der Verputz blättert ab, die Fensterscheiben ungeputzt, und im Bahnhofsrestaurant hängen lange Spinnweben von der Decke, was mir aber trotzdem irgendwie gefallen hat, das ganze Ambiente hätte gut zu einem Horrofilm gepasst. Verblichene Kaiserzeit mit dunkelroten Tapeten, gusseisernen alten Tischbeinen, dunkelrote Vorhänge an den verschmierten hohen Fenstern, bei denen die Sonne gerade noch durchleuchten konnte und genau auf einen Spinnfaden auf einer der hohen Säulen schien, der im Sonnenglanz die ganze Zeit sanft auf- und abschwebte.
Die Schilderung des Bahnhofsklos im Untergeschoss erspare ich euch, es dürfte noch aus der Zeit um 1950 oder 1960 stammen, Klopapier war VOR dem Eingang abzurollen, die Klotüren waren aus grauem Blech und haben beim Auf- und Zumachen ordentlich gescheppert, und der Geruch... naja...
[Bild: depositphotos_146313055-stock-photo-buda...tation.jpg]

[Bild: depositphotos_53306157-stock-photo-kelet...dapest.jpg]

Bahnhofsrestaurant, und an der hinteren gerillten Säule schwebte der Spinnfaden im Sonnenlicht:
[Bild: 1166409922.jpg]


Aber um 19 Uhr sind wir in unseren Zug eingestiegen, erfüllt von vielen Eindrücken, die wir trotz der kurzen Zeit in Budapest sammeln konnten, und nun ging es wieder heimwärts, diesmal über Sopron, wo wir nach Wr. Neustadt umgestiegen sind und dort um 23:45 Uhr angekommen sind.
Wir hatten unser Auto am Parkdeck stehen, und nach einer Viertelstunde Fahrt ließen wir unsere Freunde bei ihrem Haus aussteigen, 3 Gassen weiter waren wir dann daheim, und ein schöner Wochenendausflug war zu Ende.
Ich möchte aber schon noch mal nach Budapest fahren, diesmal gleich auf die linke Seite der Donau, dort gibt es auch noch sehr viel zu entdecken, was wir nur im Vorbeifahren sehen konnten.
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#6
@Notos Nochmals danke für den Reisebericht. Ich hätte da eine Frage. Budapest Sopron, wie lange hat die Fahrt gedauert, war das ein Schnellzug mit Reservierungspflicht? War das Ticket billiger als der Railjet?
Kren reiben, die einzig noch sinnvolle Tätigkeit in der heutigen Zeit!
https://snudlaug.wordpress.com
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#7
Liebe Notos, deinen Reisebericht über das wunderschöne Budapest kann ich nur bestätigen!  Daumen hoch

Genau vor einem Jahr, die letzte Juliwoche, fuhren wir mit einem Flußkreuzer von Passau die Donau abwärts (mit Zwischenstops) bis Budapest, wo wir genau die Stationen, die du hier zeigst, ausgiebig besucht haben. (Nur in dem Museum "Felsenkrankenhaus" und eurem Gasthaus waren wir nicht)

Und wir waren ehrlich auch alle von den Socken, wie überragend schön diese Stadt ist.
Nach all den Tages-Besichtigungen fuhren wir an einem Abend mit unserem Schiff bis weit über die Margaretheninsel hinaus... um dann zurückkehrend, langsam an all den unglaublich schön beleuchteten Sehenswürdigkeiten vorbei zu gleiten.

Ein unvergleichlicher und unvergesslicher Anblick!  [Bild: 137.gif]
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#8
(19.07.2019, 12:52)Schurliwurli schrieb: @Notos Nochmals danke für den Reisebericht. Ich hätte da eine Frage. Budapest Sopron, wie lange hat die Fahrt gedauert, war das ein Schnellzug mit Reservierungspflicht? War das Ticket billiger als der Railjet?

Gerne, Schurliwurli!
Die Fahrt von Budapest nach Sopron dauerte von 19:10 Uhr bis 21:45 Uhr, wir mussten aber eine Stunde auf den Anschlusszug von Sopron nach Wr.Neustadt warten, da es sich grad um 1 Minute handelte, und wir nicht mehr rechtzeitig zu unserem Zug kamen.
Es war ein Standardticket im IC um 38 Euro pro Person, + Reservierung um 14 Euro für 4 Personen.
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