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Afrika Arbeitsmoral
#1
Dieser Artikel ist aus 1998 - hat sich seither viel verändert ????

Blaumachen gehört zum südafrikanischen Way of Life

Veröffentlicht am 09.01.1998

Unternehmer klagen über schlechte Arbeitsmoral -
Das Land am Kap fällt im internationalen Vergleich immer weiter zurück
Die mangelnde Produktivität in vielen Betrieben Südafrikas löst große Sorgen aus.
In internationalen Vergleichsstudien belegt das Land seit Jahren die untersten Plätze, wenn es um Motivation und Verläßlichkeit am Arbeitsplatz geht.

Besonders Unternehmer im mittelständischen Bereich klagen, daß viele Angestellte "nur den Job wollen, nicht die Arbeit".

Loyalität zum Arbeitgeber sei oftmals auch nach jahrelanger Anstellung eine unbekannte Größe.
Das im vergangenen Jahr verabschiedete Arbeitsgesetz stößt auf Unverständnis, da es hohe Lohnnebenkosten mit sich bringt und Entlassungen unproduktiver Mitarbeiter sehr schwierig macht.
Mittlere Betriebe mechanisieren und automatisieren, wo sie nur können.
Das bittere Resultat: Die bereits hohe Arbeitslosigkeit (20 bis 30 Prozent) steigt weiter an, obwohl die Kap-Republik seit nunmehr fünf Jahren Wachstum von zwei bis drei Prozentpunkten verzeichnen kann.
 
Da praktisch keine Sozialabsicherung existiert, müssen sich Millionen schwarze Arbeiter auf dem informellen Sektor durchschlagen - vom selbsternannten Parkplatzeinweiser bis zum Obstverkäufer am Straßenrand.
Tausende wählen eine kriminelle Karriere, was die konstant hohe Verbrechensrate Südafrikas erklärt.

Eine schweizerische Handtaschenfabrikantin erzählt, sie habe noch vor einigen Jahren zwölf Menschen angestellt.
Nach und nach reduzierte sie die Belegschaft, bis sie schließlich, Mitte 1996, auch den letzten Mitarbeiter entließ.
Ein südafrikanischer Verleger bringt die Misere auf den Punkt: "Arbeiter bedeuten Ärger."

Die Folge: Statt mehr Arbeitskräfte einzustellen, kauft der Verleger ständig neue Druckmaschinen meistens aus Deutschland. Darüber hinaus wird mancher Auftrag in Fernostasien produziert - "da weiß ich wenigstens, das pünktlich geliefert wird und keine dummen Ausreden kommen".

Auch einem Schottersteinproduzenten platzt der Kragen, spricht man ihn auf das Betriebsklima an.
"Viele Arbeiter haben nicht das geringste Verständnis für konstante Leistung", empört sich ein Mitinhaber
der Ciolli Bros.
Fast jeden Montag fehlen Leute wegen Bauch- oder Rückenschmerzen - immer an Stellen, wo kein Arzt nachprüfen
kann, ob sie simulieren oder nicht.
Das Arbeitsgesetz macht es fast unmöglich, solche Leute zu entlassen.
Die Folge: Im internationalen Vergleich hinkt Südafrika weit hinterher.

Dafür gibt es reichlich Beispiele. In den vollautomatisierten japanischen Autowerken von Honda, Toyota und Mitsubishi produziert jeder Arbeiter mehr als 100 Autos pro Jahr - in Südafrika hingegen nur zwölf.

Ein Zimmermädchen in Wien schafft doppelt so viele Hotelzimmer wie ihre Kollegin in Johannesburg.
In einer deutschen Wäscherei soll ein Angestellter stündlich 45 Kilogramm Wäsche schaffen - in Südafrika
liegt dieser Wert bei fünf Kilo.

Präsident Nelson Mandela hat bei seiner Abschiedsrede als Parteichef des regierenden ANC heftig die mangelnde Bereitschaft von Unternehmern zur Transformation nach der Apartheid gerügt.
Dem halten Personalchefs entgegen, das laut neuem Arbeitsgesetz der Arbeitgeber nach einem Vorstellungsgespräch fast schon verpflichtet ist, den Bewerber anzuheuern.

Sonst kann der Bewerber klagen - meistens auf der Grundlage, nur wegen der Hautfarbe oder des Geschlechtes abgewiesen worden zu sein. "Das ist Wahnsinn", stöhnt ein Unternehmer. "
Auf dieser Basis überlegt man sich dann sehr gut, ob man überhaupt noch eine neue Stelle ausschreibt."

Zumal eine Entlassung erst nach dreimaligem Fehlverhalten möglich ist.

Lange Wochenenden sind zum festen Bestandteil des Arbeitslebens geworden, ein "Way of Life".
Sobald ein Feiertag in die Nähe eines Wochenendes fällt, machen Tausende Arbeiter und Hausangestellte am
Kap wie selbstverständlich blau.
Südafrikaner nehmen sich frei, wann immer sie wollen", kritisierte die Kapstädter "Cape Times" in der
vergangenen Woche, "sie beweisen großes Geschick in der Herstellung langer Wochenenden.
Die Konsequenz ist unsere nationale Produktivitätsmisere."

https://www.welt.de/print-welt/article59...-Life.html
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#2
User App_consulting

Jedenfalls in Afrika herrscht einfach in vielen Ländern eine andere Kultur als bei uns, insbesondere auf Arbeit.
Beispiel gefällig? man sollte gerade in Schwarzafrika niemals eine Arbeitsleistung zu sehr loben, weil sonst denken die Menschen dort, sie hätten zu viel gearbeitet.
Meist wird nur so viel getan, damit man keinen Ärger und seinen Lohn bekommt.
Wie z.B. ein Geschäftspartner von mir.
Zum Nachtisch brachte der Kellner ein Tablett mit einer Melone, die er vor allen sehr kunstvoll in Stücke schnitt.
Alle lobten ihn für diese Leistung.
Am nächsten Abend brachte er wieder eine Melone, ein Tablett und das Messer.
Er legte das Messer hin und ging wieder. Das ist eben typisch für Afrika.

Oder Baustellen.
Es ist in Afrika durchaus üblich, dass von einem auf den anderen Tag mal 50 Arbeiter nicht erscheinen.
Vorallem wenn sie gerade ihren Monats- bzw. Wochenlohn bekommen haben und erstmal genügend Auskommen
für die nächsten Wochen haben.
Ebenso berichten viele Entwicklungshelfer, dass Projekte oft im Sand verlaufen, sobald die Helfer weg sind, einfach
weil die Arbeitsmoral nicht so hoch ist.
Es wird eher kurzfristig gedacht, weniger langfristig. S
olange genügend da ist für die nächste Zeit, sind viele zufrieden.
Das ist leider typisches Tagerlöhner denken, es kann halt auch daher kommen, dass viele die ums überleben
kämpfen bzw. lange kämpfen mussten, als Überlebenstrategie gar nie auf längere Sicht denken gelernt haben, s
ondern es war überlebenswichtig, dass man im hier und jetzt genug zu essen hat, die Zeit und das Geld
um langfristig was aufzubauen hatte man nie.
Daher vielleicht diese Einstellung.
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#3
(22.07.2019, 22:34)brela schrieb: Oder Baustellen.
Es ist in Afrika durchaus üblich, dass von einem auf den anderen Tag mal 50 Arbeiter nicht erscheinen.
Vorallem wenn sie gerade ihren Monats- bzw. Wochenlohn bekommen haben und erstmal genügend Auskommen
für die nächsten Wochen haben.
Ebenso berichten viele Entwicklungshelfer, dass Projekte oft im Sand verlaufen, sobald die Helfer weg sind, einfach
weil die Arbeitsmoral nicht so hoch ist.

Es wird eher kurzfristig gedacht, weniger langfristig.
Solange genügend da ist für die nächste Zeit, sind viele zufrieden.
Das ist leider typisches Tagerlöhner denken, es kann halt auch daher kommen, dass viele die ums überleben
kämpfen bzw. lange kämpfen mussten, als Überlebenstrategie gar nie auf längere Sicht denken gelernt haben, s
ondern es war überlebenswichtig, dass man im hier und jetzt genug zu essen hat, die Zeit und das Geld
um langfristig was aufzubauen hatte man nie.
Daher vielleicht diese Einstellung.

Die Afrikaner können ihre Einstellung auch überdenken, denn wenn man was erreichen will, ist Ausdauer gefragt, da können sie nicht schon am nächsten aufgeben, nur weil sie es grad nicht freut.
So wird das nicht funktionieren, wir können ja auch nicht so arbeiten, da würden wir jetzt noch in grindigen Lehmhütten leben und nichts zuwege bringen.
Ehrlich gesagt, habe ich kein Mitleid, wenn Leute so kurzsichtig denken.
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#4
Ich hatte vor vielen Jahren einmal ein Gespräch mit zwei Schwarzafrikanern, die in Innsbruck bei den Jesuiten im Priesterseminar waren.  Beide waren hochintelligent, kamen aus der Oberschicht und kannten viele kulturelle Eigenheiten diverser Stämme in Afrika. Was sie erzählten, war wirklich faszinierend.  So gibt es dort Stämme, die überhaupt keinen Begriff von Zeit haben.  Damit ist nicht gemeint, dass sie andere Worte für Zeit verwenden,  wie beispielsweise die Engländer ja auch nicht "Zeit", sondern eben "time" sagen - nein: gemeint war,  dass sie sich überhaupt nicht vorstellen können, was gestern, morgen und heute bedeutet. Diese Stämme müssen eine komplett andere kognitive Entwicklungsstufe haben wie wir Europäer.  Natürlich lässt sich diese Beobachtung nicht pauschal auf alle Stämme Afrikas übertragen.  Wenn aber auch solche Leute sich auf den Schiffen von Rackete und Konsorten versammeln (geprüft wird von denen ja gar nichts), dann kann man sich ausmalen,  was in einem solchen Falle der clash der Kulturen bedeutet.
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#5
passt zwar nicht ganz zum Thema, trotzdem:

aus dem Jahr 1984 !!!!!
Die mörderische Konsequenz des Mitleids
Der Selbstbetrug bei den Brot-Spenden für die Dritte Welt

…..Deshalb ist es an der Zeit, eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen mit dem Ziel, den verhängnisvollen Unfug anzuprangern, der mit jenen kleinen Zeitungsanzeigen getrieben wird, aus deren Bildern einem ein dunkelhäutiges Kind mit großen Hungeraugen entgegenblickt.
Eine Initiative verantwortungsbewußter Mitbürger, die nicht länger hinzunehmen bereit sind, daß mit den Methoden moderner Werbestrategien zielbewußt ein Mitleid kultiviert wird, dessen Konsequenzen tödlich sind.

Denn für jedes einzelne Kind, das heute durch die Aktivitäten solcher Organisationen gerettet wird, wird es in der nächsten Generation vier oder fünf oder sechs Kinder geben.
Und dazu, auch diese wieder vor einem elenden Hungertod bewahren zu können, werden dann selbst die vereinigten Anstrengungen von "Misereor" und "Brot für die Welt" und all die vielen Patenschaften nicht mehr ausreichen.

Wer nicht zu feige ist, hinzusehen, kommt an der Einsicht nicht vorbei, daß jeder, der sich darauf beschränkt, die heute hungernden Kinder zu sättigen, statt dem unvermeidlichen Sterben durch Geburtenkontrolle vorzubeugen,
unmittelbar und ursächlich dazu beiträgt, die Leichenberge, denen sich die morgige Generation gegenübersehen wird, auf noch größere Höhen anwachsen zu lassen.
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508565.html
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#6
Afrika ist ein schöner Kontinent, wo es sich durchaus leben lässt. Ein öst. Mindestrentner kann sich da aber keinen Urlaub leisten, da für ihn schon die Anreise schier nicht bezahlbar ist.

Spektakuläre Landschaften und faszinierende Tierbeobachtungen in den wohl wildreichsten Gebieten Afrikas. Die Wüsten Namibias gehören zu den lohnendsten Wanderzielen im südlichen Afrika. Endlos erscheinende unberührte Weiten vermitteln das Gefühl von grenzenloser Freiheit. In den Städten Swakopmund und Windhoek ist noch der Charme der Kolonialzeit spürbar.

Mit einer Bevölkerung von ca. 2 Mio. Einwohnern ist Namibia sehr dünn besiedelt. Neben dem Reichtum an Wildtieren und faszinierenden Landschaften machen auch das angenehme Klima mit viel Sonnenschein und die Gastfreundschaft der Menschen Namibia zu einem begehrten Reiseland. Das absolute Highlight: zwei Tage in der Etosha-Pfanne, einem einzigartigen Wildreservat.

Preise

ab 3.480,00 EUR pro Person in DZ 

https://reise.nachrichten.at/namibia-746...seangebote
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#7
Namibia ist das vielleicht zivilisierteste Land in Afrika.
Ob das damit zu tun hat,
dass Namibia einst eine deutsche Kolonie war? 
[Bild: csm_ER_Namibia_1440x600_8c461e80bc.jpg]

https://www.world-insight.de/fileadmin/_...1e80bc.jpg
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#8
(23.07.2019, 18:57)soistes1949 schrieb: Namibia ist das vielleicht zivilisierteste Land in Afrika.
Ob das damit zu tun hat,
dass Namibia einst eine deutsche Kolonie war? 
[Bild: csm_ER_Namibia_1440x600_8c461e80bc.jpg]

https://www.world-insight.de/fileadmin/_...1e80bc.jpg
Anfang der 1990er Jahre hatten mein Partner und ich eine Zeitlang mit dem Gedanken gespielt, nach Namibia auszuwandern. Wir hatten uns schon mit den entsprechenden namibischen Behörden in Verbindung gesetzt und mit  potentiellen Arbeitgebern. 
Ich habe dann Namibia im Jahr 1993, also im Jahr, als das Land seine Unabhängigkeit von Südafrika erlangte, bereist. Schon kurz nach der Unabhängigkeit gelangten Schwarze in Schlüsselpositionen in der Verwaltung, nicht aufgrund ihrer Qualifikation, sondern aufgrund ihrer Hautfarbe. Die weiße Bevölkerung war damals schon beunruhigt. Es gab überall Autoaufkleber zu kaufen, auf denen stand "Bumst Namibia weiß!". Ich war nicht empört aber - politisch korrekt - ein wenig irritiert, aber auch amüsiert. Aber ich hatte das Gefühl, dass sich dort auf Dauer etwas Ungutes zusammenbauen könnte.
Namibia erschien mir damals als moderner afrikanischer Staat (es gab zuvor auch in Namibia ein Apardheitssystem, allerdings nicht so strikt wie in Südafrika).
Namibia profitiert noch immer von der Infrastruktur, die in der kurzen Zeit unter dem Protektorats des Dt. Kaiserreichs errichtet wurde. Aber natürlich will stellt die mittlerweile Schwarze Regierung (bestehend aus Herero, Nama, Himba etc.). Reparationsansprüche an die BRD. Diese ist nicht nur Rechtsnachfolgerin des  Dritten Reichs, sondern auch der Weimarer Republik und des Kaiserreichs. Vermutlich auch noch Rechtsnachfolgerin des Karolingischen Reichs  Dash2
Sollen sie ihr Geld bekommen - und es versanden lassen. Im Gegenzug bin ich aber dafür, dass alle Staudämme und Bergwerke zugeschüttet werden, alle Schulen und Krankenhäuser wieder abgerissen werden, Bahnschienen und Hafenanlagen wieder abgebaut werden. Und natürlich muss das Land auch wieder de-elektrifiziert werden, um es wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen etc.

Aber stimmt schon: Namibia ist landschaftlich, wenn auch z.T. sehr karg, wunderschön.
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#9
Zur afrikanischen Arbeitsmoral stelle ich jetzt einfach einen Text aus dem Jahr 1919. Mag sich jeder selber Gedanken darüber machen, ob er immer noch aktuell ist::




Zitat:Der Bantuneger Ostafrikas kennt keine ästhetischen Werte in unserm Sinne. Das Schöne läßt ihn gleichgültig, in der Natur und in der Kunst — in dem, was von sich aus geworden ist, und in dem, was der Mensch in unbezwingbarem Drang nach ästhetischen Genüssen für seine besonderen Zwecke ausgebildet hat.

Stumpfsinnig schlendert er durch die Welt der Erscheinungen: durch ihre Pracht und Größe, Vielheit und Mannigfaltigkeit, durch das unendliche Spiel ihrer Formen und Farben, durch alle die Ausströmungen jener begnadeten Gesetzmäßigkeit, die uns das Leben erst lebenswert macht.

Der Neger hat überhaupt nicht das Bedürfnis, in ein irgendwie höheres Verhältnis zu den Dingen außer sich zu treten, die Ausdruckswerte seiner Umgebung einzufangen und seelisch reflektieren zu lassen. Die Natur liefert ihm sein Essen und seine Frauen. Das allein ist ihm Lust genug. Daher seine maßlose Grausamkeit.

Weil ihn rein gar nichts auf dieser Welt packt und rührt, weil er nichts heilig hält und nichts anderes kennt als sein eigenes wichtiges Selbst und dessen nächstliegende Bedingungen. Daher auch seine Indolenz: diese nie zu erschütternde Gleichgültigkeit all dem Wollen, Wünschen und Hoffen gegenüber, das um ihn herum keimt und aufgehen möchte


Der Neger wird jeder irgendwie geregelten Beschäftigung leicht überdrüssig. Nur der des Tanzens nicht. Wenn die Dorfpolizei nicht um zwölf Uhr Schluß machen ließe, würde er damit bis zum frühen Morgen fortfahren. Mit einer Kraft- und Nervenvergeudung, die ins Fessellose geht. Neger, deren ganzes Sinnen bei der Arbeit, auf einem Neubau etwa, darauf gerichtet ist, einen Stein weniger aufzuladen oder den Wassereimer nur dreiviertel voll zu nehmen, tanzen zehn Stunden und mehr ununterbrochen.

Der Negertanz ist vor allem Ausdruck und erst in zweiter Linie Unterhaltung: Spiel, Zeitvertreib, Festakt. Und zwar nicht künstlerischer Ausdruck, sondern Ausdruck überschüssiger Lebens- und Körperkräfte. Der Neger gehört auf dieser Welt bekanntlich zu den ganz Faulen. Die Pflanzer wissen in den Kolonien ein Lied davon zu singen. Und selbst jeder Durchreisende kann sich leicht davon überzeugen. Nie sah ich Menschen mit einer so ausgeprägten Wollust irgendwo herumliegen, wie feiernde Neger. Wenn sie ihre Kontrollkarte von dreißig Tagen abgearbeitet haben, müssen sie mindestens eine Woche lang ausruhen. Anders tun sie es nicht. So findet man in den Negerdörfern bei hellichtem Tage starke, ausgewachsene Männer in gottgewolltem Stumpfsinn zu Dutzenden auf ihren Matten hocken.
Text aus dem Buch: 
"Spiele der Völker, Eindrücke und Studien auf einer Weltfahrt nach Afrika und Ostasien"
Autor: Hagemann, Carl.
Verlag: Schuster & Loeffler, Berlin, 1919
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#10
Es ist schwierig,  in wenige Worte zu fassen, was ich zu solchen Betrachtungen der Kultur der Bewohner,  oder Teile der Bewohner Afrikas zu sagen habe. Zunächst einmal: ich sehe das Verhalten der Bantu Neger überhaupt nicht negativ. Eine negative Form erhält es erst dann, wenn wir es durch unsere westliche Brille betrachten.  
Studiert man genauer die kognitiven Veränderungsprozesse bei den frühen Griechen, insbesondere jene Prozesse, die zu dem Schlagwort "vom Mythos zum Logos" geführt haben, so ergeben sich erstaunliche Parallelen zwischen den Verhaltensformen der Bantuneger und jenen der frühen Griechen. Auch letztere dachten im ihren Anfängen nicht in abstrakten Begriffen, ihre Sprache war konkret, Narrativ und performativ.  Sie besaßen auch noch keine eigene Schrift. Diese wurde erst langsam und Schritt für Schritt ab ca 700 vor Christus eingeführt. Um ihre kulturelle Identität weiter geben zu können, benutzten sie eine mythologische Sprache, Dichtung statt Prosa war angesagt.  Allerdings war diese Dichtung keine Kunst im heutigen Sinne des Wortes, sondern ein Mittel zur Bewahrung ihrer Tradition. Eine überspitzte Deuting des Denkens der frühen Griechen findet sich bei Julian Jaynes in seinem Buch "the breakdown of the bicameral mind". Jaynes geht davon aus, dass die frühen Griechen sich noch in einer Art vorbewusstem Dämmerzustand befanden und Stimmen gehorchten, die ihnen sagten, was sie zu tun hätten. Das ist freilich eine radikale Annahme. Die frühen Texte eines Parmenides und auch eines Homer weisen allerdings ständig darauf hin, dass der Autor nicht in seinem eigenen Namen spricht, sondern im Namen eines Gottes, der ihm erst mitteilt, was er zu schreiben hat.
Zurück zu den Bantus, die vielleicht noch in einem ähnlich archaischen Verhältnis zur Natur und ihrer Umwelt stehen: ich sehe darin nicht das geringste Problem. Allerhöchstens einen Anlass für interessante anthropologische Studien. 
Zu einem Problem kommt es erst,  wenn man derart verschiedene Kulturen miteinander vermengt. Das ist schlecht für die Bantus. Das ist auch schlecht für uns. Zwischen den beiden so grundverschiedenen Kulturen zu unterscheiden,  ist kein Mangel an Wertschätzung, sondern gerade das Gegenteil.
Wenn jetzt irgendwelche Linken versuchen,  die Bantus zu integrieren,  so ist das nichts anderes als ein Zeichen westlicher Arroganz.
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