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Mieten
#1
Ein Interview in der Presse mit dem Spitzenkandidaten der KPÖ hat mich auf die Idee zu dem Thread gebracht.
Prinzipiell haben wir speziell in den urbanen Gegenden tatsächlich ein Mietenproblem, aber von den Politiker kommen dazu eigentlich nur halbgare Ideen, die allesamt mehr Probleme bringen als sie lösen.

Bspsw die Idee des KPÖ Kandidtaten Ivo Hajnal


Zitat:Gefordert wird unter anderem eine bindende Mietzinsobergrenze, die abhängig vom Lohn und der Armutsgrenze ist. Grundsätzlich dürfe die Miete 25 Prozent des Haushaltseinkommens nicht übersteigen.

https://diepresse.com/home/innenpolitik/...lasshandel

Was auf den ersten Blick ja recht sympathisch klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Falle für Kleinverdiener.

Jemand der nur wenig verdient, wird so keine Wohnung mehr bekommen, wenn die Miete auf 25% des Haushaltseinkommens deckelt sein soll. Niemand vermietet Zimmer-Küche-Kabinett an jemanden der etwas nur 800€ verdient um 200€. Da spielt kein Vermieter mit, da die Gesamtkosten des Hauses sich nicht an Haushalteinkommen orientiert sondern weiterhin vom Markt bestimmt werden.
Als Mieter würde ich also solche Mieter von Anfang an ausschließen.

Letztlich zahlen die Kleinverdiener drauf, während es für mittlere und bessere Verdiener einfach nur billger wird.
Von vielen anderen Problemen, wie fehlende Rücklagenbildung für Reparaturen bzw. Renovierung ganz abgesehen.

Wie gesagt: Einfach nicht zu Ende gedacht.

Die Frage bleibt aber trotzdem: Wie kann man Mieten erschwinglich halten?
VIVERE ET VINCERE
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#2
(12.09.2019, 13:13)helios schrieb: Die Frage bleibt aber trotzdem: Wie kann man Mieten erschwinglich halten?

Indem man die gewerbliche Nutzung endlich abschafft.
Es stehen so viele Bürogebäude (Hotels usw.) leer und die können nicht in Wohnungen umgebaut werden weil sie einer gewerblichen Nutzung unterliegen.
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#3
(12.09.2019, 13:26)kanTau schrieb:
(12.09.2019, 13:13)helios schrieb: Die Frage bleibt aber trotzdem: Wie kann man Mieten erschwinglich halten?

Indem man die gewerbliche Nutzung endlich abschafft.
Es stehen so viele Bürogebäude (Hotels usw.) leer und die können nicht in Wohnungen umgebaut werden weil sie einer gewerblichen Nutzung unterliegen.

Die Umwidmung wäre für die jeweilige Gemeinde mehr oder weniger nur ein Handstreich, scheitert aber an einigen Faktoren.
Wie möchte man den Hotelbesitzer zwingen sein Hotel in ein Wohnhaus umzubauen ohne das Grundrecht auf freie Erwerbstätigkeit zu verletzen?
VIVERE ET VINCERE
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#4
Ich habe das schon bei "BRD" gebracht, aber hier passt es besser:

Wie der Mietendeckel Handwerker ruiniert

https://www.morgenpost.de/berlin/article...rifft.html
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#5
was noch zu den Preistreibern zählt sind die gewerblichen mieten, die keiner Obergrenze unterliegen.

wenn du ein Büro in einer Zins Kaserne hast bezahlst du unter umständen mehr im Monat als alle Mieter zusammen.

aber das mit den Mietpreisen geht am Thema vorbei, Preistreiber sind die Betriebskosten.

meine Schwägerin zahlt im Monat 150.- Miete und mit BK 450.-
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#6
(12.09.2019, 13:51)strizzi1 schrieb: was noch zu den Preistreibern zählt sind die gewerblichen mieten, die keiner Obergrenze unterliegen.

wenn du ein Büro in einer Zins Kaserne hast bezahlst du unter umständen mehr im Monat als alle Mieter zusammen.

aber das mit den Mietpreisen geht am Thema vorbei, Preistreiber sind die Betriebskosten.

meine Schwägerin zahlt im Monat 150.- Miete und mit BK 450.-

300,-Euro Betriebskosten? Das muss ja eine riesige Wohnung sein. Und dann nur 150,-Euro Miete? Wie geht denn das zusammen?
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#7
(12.09.2019, 14:08)Aristoteles schrieb:
(12.09.2019, 13:51)strizzi1 schrieb: was noch zu den Preistreibern zählt sind die gewerblichen mieten, die keiner Obergrenze unterliegen.

wenn du ein Büro in einer Zins Kaserne hast bezahlst du unter umständen mehr im Monat als alle Mieter zusammen.

aber das mit den Mietpreisen geht am Thema vorbei, Preistreiber sind die Betriebskosten.

meine Schwägerin zahlt im Monat 150.- Miete und mit BK 450.-

300,-Euro Betriebskosten? Das muss ja eine riesige Wohnung sein. Und dann nur 150,-Euro Miete? Wie geht denn das zusammen?


alter Mietvertrag, sie wohnt schon über 40 Jahre in der Wohnung.

meine Schwägerin ist auch Aufstockerin, war Jahre bei den Kindern daheim und fällt bei der MZB durch den Rost, weil keine Betriebskosten abgegolten werden
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#8
Alles klar. Winken
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#9
(12.09.2019, 13:29)helios schrieb: Die Umwidmung wäre für die jeweilige Gemeinde mehr oder weniger nur ein Handstreich, scheitert aber an einigen Faktoren.
Wie möchte man den Hotelbesitzer zwingen sein Hotel in ein Wohnhaus umzubauen ohne das Grundrecht auf freie Erwerbstätigkeit zu verletzen?

Manchmal wäre schon ein Gespräch mit Besitzern großer Objekte, wie Hotels oder freistehende Gebäude, motivierend und Anstoß gebend, weiter darüber nachzudenken.
Vielen dieser Besitzer fehlt oftmals das geschäftliche, das "unternehmerische" Denken und die Idee, wie man seine Objekte gewinnbringend und sinnvoll "verändern" kann.
Da könnte ein kluger Vertreter der Gemeinden mit einem inspirierenden Plan (+ Zusicherung finanzieller Unterstützung) und einem anregenden Gespräch: "Aussicht auf rentables Einkommen",  so manchen Stein ins Rollen bringen.

Denn viele Gebäude vergammeln, weil die Besitzer weder Interesse, noch die finanziellen Möglichkeiten haben, ihr Objekt aus dem Dornröschenschlaf zu holen.
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#10
Es ist interessant, dass die Schuld an den hohen Preisen eigentlich nur den Vermietern zugeschoben wird?
Da frage ich mich, woher das kommen mag?

Sehen wir uns mal die Pflichten der Vermieter an:

Sie sind teilweise für Reperaturkosten innerhalb des vermieteten Objekts zuständig.

  • Erhaltung der allgemeinen Teile und Anlagen des Hauses
  • Erhaltung der mitvermieteten Heizthermen, Wasserboiler und sonstigen Wärme­be­reit­ungs­ge­räte – und die dazu nötigen Reparaturen
  • Reparaturen in der Wohnung, die ernste Schäden des Hauses oder eine er­hebliche Gesundheitsgefährdung beheben
https://www.arbeiterkammer.at/beratung/k...chten.html

Zitat:Die Erhaltungspflicht des Vermieters betrifft allgemeine Teile des Hauses. Unter anderem Dach, Fassade, Mauern, Außenfenster und Außentüren sowie das Stiegenhaus und diverse Leitungen. Aber auch Gemeinschaftsanlagen, wie Zentralheizung, Lift, Waschküche und Garten. Die Erhaltungspflicht umfasst im Falle eines größeren Schadens auch Mietgegenstände. Zum Beispiel durch Wasserohrbruch, Schimmel und beschädigte Leitungen oder wenn eine freie Wohnung vor der Vermietung wieder in einen brauchbaren Zustand gebracht werden muss. Weiters betrifft die Erhaltungspflicht auch die Erfüllung von Verwaltungsvorschriften und Energiesparmaßnahmen.

https://www.immomarie.at/immomarie-news/...-vermieter

Das alles klingt ziemlich banal, ist aber mit einem entsprechenden Aufwand und Kosten verbunden.
Betriebskosten decken nur den laufenden "Betrieb" ab, aber Gartenarbeit, Strom für Lichtanlage, Aufzug usw., Versicherung für das Haus.
In den Betriebskosten nicht inkludiert sind Kosten für Reparaturen, die müssen aus gebildeteten Rücklagen bezahlt werden und diese Rücklagen finanzieren sich nur aus Mieten. Bröckelt der Verputz ab, ist der Aufzug defekt oder geht sonstwas in die Brüche muss das aus den Rücklagen bezahlt werden. Dazu ist der Vermieter verpflichtet. Wie soll der diesen Verpflichtungen nachkommen, wenn der gesetzliche Mietdeckel nicht reicht um Rücklagen zu bilden.

Das hat einen erstrebten Gewinn für den Vermieter noch gar nicht berücksichtigt.

Kommen wie etwa in Wien auch noch verschiedene Umstände hinzu, wie Wohnungsknappheit, strengere Bauordnungen usw.. treibt das den Preis natürlich in die Höhe, weil strengere Auflagen auch mit höheren Kosten verbunden sind.

Wieso fragt eigentlich kaum jemand nach den Fehlern der Politik?
VIVERE ET VINCERE
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