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Eintauchen in die Selbstständigkeit
#1
Hallo liebe Freunde

Hat sich jemand von euch im Beruf selbstständig gemacht? Wenn ja, wie waren eure Erfahrungen?
Eine gute Bekannte von mir möchte sich nämlich als Fotografin selbstständig machen, aber ohne eigenes Firmenbüro, dass man mieten kann!
Sie möchte von zu Hause aus arbeiten , und ihre Fotos( sind atemberaubend wunderschön) im Netz verkaufen!
Wie ist das mit dem Copyright, denn das will sie auf jedem Bild haben! Wie funktioniert das? Braucht man dazu eine Agentur oder kann man das selber machen?
Braucht man dazu unbedingt einen Gewerbeschein, oder kann man sich das auch zur Pensions  Vorsorge)  dazuverdienen?

Um eure aussagekräftigen Antworten bin ich jetzt schon dankbar! Liebe Grüße Winken
Antworten
#2
(26.01.2016, 01:06)candy schrieb: Hallo liebe Freunde

Hat sich jemand von euch im Beruf selbstständig gemacht? Wenn ja, wie waren eure Erfahrungen?
Eine gute Bekannte von mir möchte sich nämlich als Fotografin selbstständig machen, aber ohne eigenes Firmenbüro, dass man mieten kann!
Sie möchte von zu Hause aus arbeiten , und ihre Fotos( sind  atemberaubend wunderschön) im Netz verkaufen!
Wie ist das mit dem Copyright, denn das will sie auf jedem Bild haben! Wie funktioniert das? Braucht man dazu eine Agentur oder kann man das selber machen?
Braucht man dazu unbedingt einen Gewerbeschein, oder kann man sich das auch zur Pensions  Vorsorge)  dazuverdienen?

Um eure aussagekräftigen Antworten bin ich jetzt schon dankbar! Liebe Grüße Winken

Über den wirtschaftlichen Teil kann ich leider nur wenig dazu beisteuern.
So kann ich keine Empfehlung aussprechen, ob sie sich nun als IchAG oder sonstige Unternehmensform professionalisieren soll.

Über den 2. Teil bez. Copywright kann ich wesentlich mehr sagen.

Die Rechte an einem Foto gehören immer dem der es geschossen hat. Selbst wenn du mit dem Handy ein Foto machst, gehören die Rechte daran allein dir, es sei denn du trittst die Rechte in irgendeiner Form ab.. Hierzu gehört teilweise auch der Upload bei Facebook, Twitter, Instagram und Co. (Diese Rechteabtretung ist in den AGB die man akzeptieren muss festgeschrieben).

An allem Kreativen gehören die Rechte dem Urheber. Schreibst du ein Lied, darf es niemand anderes verwerten und damit Geld verdienen. Schreibst du ein Gedicht ebenfalls. Alles was du kreativ erstellst gehört dir.
Dafür ist kein eigenes Unternehmen, keine Verwertungsagentur oder Sonstiges notwendig.

Kurz: Wer das Foto knippst, dem gehören die Rechte daran! Komplizierter wird es bei Fotoagenturen oder angestellten Fotografen, aber das würde weit über die Frage hinausgehen.

Man kann als Fotograf durchaus auch etwas dazuverdienen, jedoch sind diese Verdienste allesamt steuerwirksam. Führt man also die entsprechenden Steuern (inkl. Pensionsversicherung) ab, werden sie auch später auf die Pension angerechnet. Dass dann aber alles centgenau erfasst, abgerechnet und aufbewahrt werden muss, brauch ich wohl nicht zu erwähnen.

Stellt sich die Frage, wie man Geld mit den Fotos verdient. Da wird die Sache schon etwas haariger. Man kann sie selbst vermarkten, was aber sehr zeit- und kostenintensiv ist.
Es gibt auch die Möglichkeit Fotos an Agenturen zu verkaufen oder in Fotocommunities anzubieten.
Bei Agenturen muss man sich üblicherweise bewerben um seine Bilder dort verkaufen zu dürfen und meist werden dabei strenge Qualitätskritierien als Filter herangezogen.
Bspw. bei http://www.istockphoto.com/de

Andere sind wieder eher offene Marktplätze, wo die Agentur nur für die Verwertung garantiert wie etwa
http://www.shutterstock.com/de/

Und das gibt es noch regelrechte Communities wo sich Fotografen und ihre Werke vorstellen und anbieten. Bspw
http://www.fotocommunity.de/

Die angeführten Webseiten sind nur einzelne beispielhafte Anbieter. Über Google kommt man noch zu tausend weiteren Möglichkeiten.

Eines möchte ich aber noch anmerken: Das Fotogeschäft ist knallhart und hunderte Fotos werden so gut wie nichts einbringen. Und wenn Fotografien Geld einbringen, gibt es noch ganz andere rechtliche Voraussetzungen einzuhalten.
VIVERE ET VINCERE
Antworten
#3
Hi,
ich bin GsD wieder aufgetaucht aus der Selbstständigkeit. War im Bereich Online-Handel unterwegs.
Bin aber von einer Selbstständigkeit für immer geheilt.  Zwinkern

Will sie davon leben oder sich durch das fotografieren nebenbei was dazuverdienen ?
Wenn sie davon leben will, sollte sie mal längere Zeit den Markt beobachten:
  • Gibt es überhaupt Nachfrage nach Ihren Fotos. (Das Geld sitzt bei den Leuten nicht mehr so locker)
  • Wie schaut es mit der Konkurrenz aus. (Die gibt es, auch wenn man sie nicht gleich sieht)
  • in welcher Preislage möchte sie ihre Fotos anbieten. (Wieviel muß ich davon verkaufen um Kostendeckend zu wirtschaften und auch noch davon leben zu können)
Eines ist sicher, ein Monat ist schnell rum und es gibt einige die dann die Hand aufhalten und Euros sehen möchten, am gierigsten die SVA !!  Lachen

Wenn sie ihre selbstgemachten Fotos im Netz präsentiert, kann sie diese mit einem
"Wasserzeichen" (kann alles mögliche sein) schützen, dafür gibt es sogar spezielle Freeware im Netz.
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#4
Selbständigkeit nur wenn es jemanden gibt (Familie, Partner), der einem finanziell die Stange halten kann im Notfall. Es kommen trockene Zeiten, die es zu überstehen gilt. Die SVA ist unbarmherzig, in Österreich braucht man einen Steuerberater, der kostet auch ordentlich. Ohne den würde ich es nicht machen bei unserem Paragraphendschungel. In Österreich würde ich von der Selbständigkeit in Form einer freiberuflichen Tätigkeit eher abraten, vor allem wenn man ohnehin eine Arbeit hat. Wenn man viel Kapital angespart oder geerbt, oder im Lotto gewonnen hat, könnte man es eventuell versuchen. Ich bin seit 19 Jahren selbständig und würde es nicht mehr machen. So angenehm es auch ist, keine Vorgesetzten zu haben, aber es ist eine dermaßen teuer erkaufte Freiheit und in Zeiten wie diesen...
Kren reiben, die einzig noch sinnvolle Tätigkeit in der heutigen Zeit!
https://snudlaug.wordpress.com
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#5
Auf eine Kleinigkeit bitte dabei nicht vergessen: Das "Persönlichkeitsrecht"!
Da wird's nämlich ganz flott "hatschert"!

Zitat:Quelle: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/...20440.html
Das Recht am eigenen Bild
Das Recht am eigenen Bild ist wie das Namensrecht ein Persönlichkeitsrecht. Es besteht darin, dass Bilder von Personen nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen, wenn dadurch berechtigte Interessen der Abgebildeten/des Abgebildeten oder unter Umständen einer nahen Angehörigen/eines nahen Angehörigen verletzt würden. Ob die Veröffentlichung eines Bildes zulässig ist, hängt davon ab, ob nach objektiven Gesichtspunkten schutzwürdige Interessen der Abgebildeten/des Abgebildeten entgegenstehen.
Dabei sind nicht nur das Bild selbst, sondern auch Bildunterschriften, Begleittexte und der Gesamtzusammenhang zu berücksichtigen. Bei einer nicht-genehmigten Verwendung von Personenbildern für Werbezwecke liegt regelmäßig eine Verletzung von Interessen der Abgebildeten/des Abgebildeten vor.
Da schwer beurteilt werden kann, ob die Veröffentlichung eines Bildes jemanden verletzen könnte, sollte in jedem Fall die Zustimmung der Abgebildeten/des Abgebildeten eingeholt werden.

Gab schon genügend diesbezüglich Klagen die so manchen Hobby-Fotografen eine Stange Geld gekostet haben!
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#6
(26.01.2016, 13:26)Bengelchen8 schrieb: Auf eine Kleinigkeit bitte dabei nicht vergessen: Das "Persönlichkeitsrecht"!
Da wird's nämlich ganz flott "hatschert"!

Zitat:Quelle: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/...20440.html
Das Recht am eigenen Bild
Das Recht am eigenen Bild ist wie das Namensrecht ein Persönlichkeitsrecht. Es besteht darin, dass Bilder von Personen nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen, wenn dadurch berechtigte Interessen der Abgebildeten/des Abgebildeten oder unter Umständen einer nahen Angehörigen/eines nahen Angehörigen verletzt würden. Ob die Veröffentlichung eines Bildes zulässig ist, hängt davon ab, ob nach objektiven Gesichtspunkten schutzwürdige Interessen der Abgebildeten/des Abgebildeten entgegenstehen.
Dabei sind nicht nur das Bild selbst, sondern auch Bildunterschriften, Begleittexte und der Gesamtzusammenhang zu berücksichtigen. Bei einer nicht-genehmigten Verwendung von Personenbildern für Werbezwecke liegt regelmäßig eine Verletzung von Interessen der Abgebildeten/des Abgebildeten vor.
Da schwer beurteilt werden kann, ob die Veröffentlichung eines Bildes jemanden verletzen könnte, sollte in jedem Fall die Zustimmung der Abgebildeten/des Abgebildeten eingeholt werden.

Gab schon genügend diesbezüglich Klagen die so manchen Hobby-Fotografen eine Stange Geld gekostet haben!

Da wird es aber dann erst recht kompliziert, wie man am folgenden Fall erkennen kann.

http://diepresse.com/home/recht/rechtall...fierverbot

Nicht jeder Schnappschuss zieht automatisch eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte nach sich. Wobei das alles unerheblich ist, wenn sie nur Tiere, Blumen oder sonstigen Krimskrams fotografiert. Lachen

Außerdem gehe ich nicht davon aus, dass die Dame mutwillig Personen im öffentlichen Raum fotografiert.
VIVERE ET VINCERE
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#7
Zitat:Außerdem gehe ich nicht davon aus, dass die Dame mutwillig Personen im öffentlichen Raum fotografiert.


Aber GENAU DA liegt ja das Problem!
Selbst wenn jemand nur zufällig auf ein Bild kommt und dieses wird veröffentlicht "kann" es zu rechtlichen Problemen der üblen Sorte kommen!
Und dass unsere Wischi-Waschi Gesetze nicht gerade für Klarheit sorgen ist ja allgemein bekannt; da kommt's auf die "Qualität" des Rechtsverdrehers an!
Antworten
#8
(26.01.2016, 14:29)Bengelchen8 schrieb:
Zitat:Außerdem gehe ich nicht davon aus, dass die Dame mutwillig Personen im öffentlichen Raum fotografiert.


Aber GENAU DA liegt ja das Problem!
Selbst wenn jemand nur zufällig auf ein Bild kommt und dieses wird veröffentlicht "kann" es zu rechtlichen Problemen der üblen Sorte kommen!
Und dass unsere Wischi-Waschi Gesetze nicht gerade für Klarheit sorgen ist ja allgemein bekannt; da kommt's auf die "Qualität" des Rechtsverdrehers an!

Zufallsschüsse (also wenn einer durch das Bild läuft) sind weiterhin möglich:


Zitat:Berücksichtigen müsse man etwa, ob eine Aufnahme gezielt erfolgt oder eine Person nur zufällig aufs Bild gerät. Wer etwa bei Urlaubsfotos als Passant im Hintergrund auftaucht, könne keine Rechte geltend machen.


Das ist stets eine Einzelfallabwägung.
VIVERE ET VINCERE
Antworten
#9
Aber es gibt doch die künstlerische Straßenphtographie, eine äußerst spannende Form, die von der Spontanität der Straßen lebt. Bill Cunningham hat das zum Beispiel getan.  Ist so etwas in Österreich nicht erlaubt? Wenn die Photos nur in Galerien gezeigt werden, in Wohnungen hängen, etc.
Kren reiben, die einzig noch sinnvolle Tätigkeit in der heutigen Zeit!
https://snudlaug.wordpress.com
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#10
(26.01.2016, 18:13)Schurliwurli schrieb: Aber es gibt doch die künstlerische Straßenphtographie, eine äußerst spannende Form, die von der Spontanität der Straßen lebt. Bill Cunningham hat das zum Beispiel getan.  Ist so etwas in Österreich nicht erlaubt? Wenn die Photos nur in Galerien gezeigt werden, in Wohnungen hängen, etc.

Kommt drauf an; wenn sich dadurch jemand in seinen Persönlichkeitsrechten gestört fühlt kann's selbst beim bekanntesten Künstler haarig werden!
Wie gesagt; hier haben wir das klassische Wischi-Waschi-Gesetz, wo's nur auf die "Qualität" des Rechtsverdrehers ankommt!
Antworten


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